Wie kann ich meine Website selbst bearbeiten?

Es muss nicht immer ein CMS* sein, auch brauchen Sie keine teure Software, um Ihre Website selbst zu bearbeiten. Für den einfachen Anwender gibt es ausreichende Programme zum kostenlosen Download. Alles, was Sie dazu benötigen sind Ihre FTP-Zugangsdaten* und ein kleines bisschen neugieriger Lernwille.
*CMS und FTP – Was ist das überhaupt? Ein kleiner Überblick:

CMS (Content Management System)

Im Zeitalter des Web 2.0 hat sich die Verwendung von Content Management Systemen (kurz: CMS) durchgesetzt, die wie ihr Name sagt, die Inhalte Ihrer Website verwalten. Die bekanntesten Systeme sind Typo3, Contao (vormals TypoLight), Joomla und auch mein Lieblings-System WordPress. Daneben gibt es hunderte weitere CMS, die alle ihre Vor- und Nachteile beinhalten.
Ein CMS ist ein Programm, das auf Ihrer Website installiert wird, bzw. mit dem Ihre Website in dem Fall überhaupt erst erstellt wird und läuft. Sie können damit von überall auf der Welt von jedem Computer aus die Inhalte (Text, Bild etc.) Ihrer Website bearbeiten.
Die Inhalte werden in einer Datenbank gespeichert, was z.B. auch eine Suchfunktion auf der Website oder das schnelle Abrufen von Inhalten an anderen Stellen ermöglicht. Für die meisten Systeme gibt es Zusatzprogramme (Erweiterungen, Module oder Plugins), mit denen leicht weitere Funktionen hinzugefügt werden können wie z.B. ein Kontaktformular oder Anbindung an Social Media.

Der HTML-Editor

Wenn Ihre Website jedoch nur aus wenigen Textseiten besteht, Sie keine großartigen Funktionen benötigen und schlichtweg einfach Geld sparen möchten, können Sie stattdessen auch auf die „altmodische“ Variante des HTML-Editors zurückgreifen. Der Editor ist ein Programm, mit dem man Inhalte bearbeiten kann. HTML ist die Sprache der Webseiten (Hypertext Markup Language). Ein HTML-Editor gibt Ihnen die Möglichkeit, Ihre Webseiten auch ohne HTML-Kenntnisse zu bearbeiten.
Dies funktioniert mittels einer Oberfläche, auf der die Webseite im Bearbeitungsmodus fast genauso aussieht wie in „echt“. Sie können hier einfach Ihre Texte ändern, Bilder einfügen und auswechseln – der Editor übersetzt dies dann für Sie in HTML.

WYSIWYG

Kleine Zusatzkunde für die Wissbegierigen: Diese Art von Bearbeitungsmodus nennt man auch WYSIWYG, was kurz steht für „What You See Is What You Get“. Falls Sie schon mal einem Programmierer über die Schulter geschaut haben, kennen Sie vielleicht das Gegenteil davon: Die Code-Ansicht, die für den Laien wie eine Ansammlung an Zeichen, Buchstaben und anderen Hieroglyphen aussieht. WYSIWYG bezeichnet also eine Art von Bearbeitung, bei der Sie ohne jede Kenntnis von dem, was da im Quelltext passiert, einfach munter drauflosbearbeiten können, da Sie die Webseite in der von Ihnen gewohnten Weise betrachten.
Ein anderes Wort für HTML-Editor ist also auch WYSIWYG-Editor – falls Sie mal danach googeln und mehr in Erfahrung bringen möchten.

Kompozer – Der simple HTML-Editor

Bis vor wenigen Monaten habe ich meinen Kunden (insbesondere mit PC/Windows) den HTML-Editor Kompozer empfohlen, diesen können Sie hier kostenlos herunterladen: http://www.kompozer.net/download.php – Wenn Sie etwas herunterscrollen, finden Sie den Download für das Programm auf deutsch.
Den Kompozer halte ich auch weiterhin für ein gutes Programm für den Laien, da es sehr einfach aufgebaut ist und auf fortgeschrittene Funktionen verzichtet. Allerdings treten hier gelegentlich Probleme mit der FTP-Verbindung auf.

FTP – was ist das?

FTP steht für File Transfer Protocol und ist genau das, was Sie brauchen, um Ihre Website-Dateien ins Internet hoch- und wieder runter zu laden.
Sie arbeiten an Ihrem Computer und speichern die Dateien zunächst auf Ihrem Computer. Ihre Website befindet sich jedoch im Internet, auf einem sogenannten Server. Wenn Sie Ihre Website mit einem HTML-Editor bearbeiten möchten, müssen Sie die Dateien von Ihrer Webseite zuerst auf Ihren Computer herunterladen, dann bearbeiten, und zum Schluss wieder hochladen. Genau dafür benötigen Sie FTP.

Der Server, auf dem Ihre Website liegt, wird von Ihrem Website-Anbieter, auch Hoster oder Provider genannt, verwaltet. Von diesem haben Sie (in den meisten Fällen) ganz am Anfang auch die FTP-Zugangsdaten erhalten. Falls nicht oder falls Sie diese nicht mehr finden, wenden Sie sich bitte an Ihren Provider und bitten Sie um die erneute Zusendung. Wenn Sie Ihre Website (Domain und Webspace) bei mir gebucht haben, bin ich natürlich Ihr Provider und kann Ihnen jederzeit die Daten neu zuschicken.
Bei gewissen Website-Paketen sind allerdings manchmal keine FTP-Zugänge enthalten. In diesem Fall müssten Sie Ihr Paket dann erhöhen.

Die FTP-Zugangsdaten enthalten in der Regel den FTP-Server, FTP-Benutzer und das FTP-Passwort.

Im Kompozer müssen Sie z.B. in den Publizierungs-Einstellungen diese Daten eingeben. Falls Sie beim Kompozer FTP-Probleme haben, können Sie entweder zusätzlich ein FTP-Programm wie Filezilla verwenden, oder …:

Webocton – Der umfangreiche HTML-Editor

Meine neuste Empfehlung ist Webocton: http://www.webocton.de/.
Webocton ist kostenlos und kann sogar funktionsreichen Web-Editoren wie Dreamweaver Konkurrenz machen. Hier haben Sie wesentlich mehr Möglichkeiten als beim Kompozer (inklusive Features wie ToDo-Liste und ähnliches), was für den Laien anfangs allerdings auch etwas überfordernd erscheinen kann.

Besonders empfehlenswert ist Webocton für Lernwillige, die vielleicht doch auch ein bisschen die Sprache des HTML oder auch PHP erlernen möchten. Denn hierzu gibt dieses ausgeklügelte Programm auch Code-Hinweise und Erinnerungshilfen für den Aufbau von HTML-Tags und PHP-Funktionen, ganz im Stil von Dreamweaver.

Für semi- bis vollprofessionelle Webdesigner empfehle ich das Programm allerdings nur bedingt. Sobald Sie mehr als eine Website bearbeiten möchten, also mehrere Projekte betreuen, könnten Sie damit in die Bredouille kommen. Es bietet zwar durchaus die Möglichkeit, mehrere Projekte anzulegen, beim FTP-Upload schwankt allerdings gelegentlich die Kontrolle darüber, wo Sie sich gerade befinden. So kann evtl. mal etwas vom einen Webprojekt aus Versehen im anderen Webprojekt landen, wenn Sie nicht stets genau hingucken und prüfen!

Doch zurück zum reinen Anwender: Nur Mut! Einen Versuch ist das Programm allemal wert.
Auch hier gilt natürlich wie immer: Je mehr Geld Sie sparen möchten, desto mehr müssen Sie selbst tun. – Je mehr Zeit (und Nerven) Sie sich sparen möchten, desto mehr dürfen Sie in Experten investieren und sich professionelle Arbeit gönnen. 😉

2 Kommentare zu “Wie kann ich meine Website selbst bearbeiten?

  1. Inge Dittrich

    Hallo! Super erklärt,sowas habe ich gesucht.Ich hatte noch eine Info eingegeben,aber ich glaube die Lösung selber erraten zu haben.Ein Editor und Co. ist höchstwahrscheinlich nicht auf einem jungfräulichen Lap top/Pc,muss erst drauf gepackt werden ? Ich hatte Null Ahnung von HTML aber schon oft genug davon gelesen.Ich wurde auch dazu aufgefordert meinen Code in meine Seiten einzubinden,habe ich nie geschafft.Ich habe trotzdem 2 Webadressen natürlich ohne Html-Code meine Seiten erstellt per Internet-Baukasten und gratis-webserver.de. Gruss Inga Dittrich alias Main-mobbi alias gratis-websever.de, bei Facebook (Frankfurt/Main). P.S. Ich mache bei meinem PC und Galaxy alles selber,ich brauche keine Hilfe mehr im Gegenteil,Alle sprechen mich an wenn Sie Probleme haben.